Neu in Bluegrass & Oldtime?


Bluegrass & Oldtime - was ist das?

Oldtime Music ist eine Richtung der Folkmusik aus Nordamerika. Sie wurzelt in der traditionellen Folklore europäischer Einwanderer, insbesondere Engländer, Iren und Schotten. Darüber hinaus enthält Oldtime einen großen Anteil afroamerikanischer Musikkultur, die mit den Sklaven aus Afrika nach Amerika kam. Mit diesen Wurzeln ist die Oldtime Music neben der Musik der indigenen Völker Nordamerikas die älteste Musikform der Vereinigten Staaten. Während Oldtime Music im 18. und 19. Jahrhundert in den gesamten Vereinigten Staaten verbreitet war, beschränkte sich ihre Verbreitung im 20. Jahrhundert vor allem auf die Appalachen.

Bluegrass entstand in den späten 1930er Jahren aus den Vorläufern der heutigen Country-Musik, Oldtime, Irish Folk und traditionellem Jazz und Ragtime. Vom Folk wurden dabei die typischen Instrumente 5-String-Banjo, Mandoline, Gitarre, Fiddle, Dobro und Kontrabass sowie der mehrstimmige Satzgesang übernommen. Aus dem Jazz wurde das Improvisieren in den oft schnellen und virtuosen Intsrumental-Soli entlehnt.

Während Oldtime von der Tradition her Haus- und Feierabendmusik ist, welche auch bei ländlichen Tanzveranstaltungen gespielt wurde, wurde Bluegrass schon früh vor Publikum gespielt.

Im Gegensatz zum Country bleibt Bluegrass (und Oldtime) immer rein akustisch ohne verstärkte Instrumente und ohne Schlagzeug. Der treibende Rhythmus entsteht allein durch das Zusammenspiel der Instrumente, die immer – auch in den Soli – eine klare rhythmische Rolle für den Gesamtsound haben.


Was ist wichtig für Jam-Sessions?

"Eine Jam-Session (IPA: ˈd͡ʒɛmˌsɛʃn̩; von englisch jam: Jargon für „improvisieren“ und session: „Sitzung“, „Veranstaltung“; häufig auch Jamsession) ist ein zwangloses Zusammenspiel von Musikern, die üblicherweise nicht in einer Band zusammenspielen und -singen." weiß die Wikipedia.

 

Du solltest dein Instrument schon halbwegs beherrschen, um Spaß zu haben. Das heißt zum Beispiel einfache Akkorde vom Blatt spielen und flüssig wechseln zu können. Es gibt zu vielen Songs Akkord-Sheets, Besonderheiten erklären wir in der Regel kurz und wir spielen auch mal langsame Stücke. Wenn es dir dennoch zwischendurch zu schnell geht: Lehn dich zurück, hör einfach zu und warte auf das nächste Stück.

 

WICHTIG - Du solltest Bluegrass oder Oldtime schon gehört haben und ungefähr wissen, welche Rolle dein Instrument im Gesamt-Sound hat (auch im Backup) und wie die Musik klingen soll.


Jeder kann Stücke vorschlagen - such dir etwas aus, was du kennst und sicher spielen kannst und was vielleicht auch noch ein paar andere in der Runde kennen. Dabei gilt: lieber zu einfach als zu kompliziert. Wenn du ein Stück vorschlägst, solltest du es selbst bereits gut können und dir zutrauen, die Session durch das Stück zu führen (also einen Kick-Off zu spielen, die Soli zu verteilen, das Ende anzukündigen etc.).
 

In dieser Musik kommen ausschließlich akustische Saiteninstrumente vor – typische Instrumente sind: 5-String-Banjo, Fiddle, Akustikgitarre, Mandoline und Kontrabass, seltener Squareneck-Dobro, Cello, Dulcimer, Autoharp etc. Wenn du ein anderes Instrument spielst, mag dir das vielleicht dogmatisch vorkommen, aber nur so entsteht der Sound, den wir suchen.  

 

Ablauf:

• Abwechselnd werden Stücke vorgeschlagen.

• Meistens gibt es einen aus der Runde, der den Song / Tune anfängt und anleitet, d.h. beginnt, gegebenenfalls singt und beendet.

• Im Bluegrass spielt häufig eine Fiddle oder ein Banjo einen "Kickoff", um das Stück zu beginnen, im Oldtime spielt eine Fiddle "4 Potatoes" (4 Striche den Grundton) zur Einstimmung auf Geschwindigkeit und Tonart.

• Beim Bluegrass ist es üblich, dass der Anleitende per Augenkontakt die Soli auf willige Solisten verteilt. Im Oldtime spielen alle zusammen die Melodie und die Gitarren sind für eine solide Begleitung zuständig.

• Achte darauf, nicht so laut zu spielen, daß du die anderen, vor allem die Solisten, nicht mehr hörst.

• Mitsingen, hauptsächlich die Refrains, dürfen alle.

• Soll der Song / Tune zum Ende kommen, hebt der Anleitende zum Beispiel den Fuß (oder Instrumentenhals), um zu signalisieren: nach diesem Durchgang ist Schluß...

• ...ruft er "Tag!", wird die letzte Zeile nochmal wiederholt, dann ist Schluß.

 

Pete Wernick hat auch einige "Bluegrass-Jamming-Basics" notiert: hier.

Ausserdem schreibt Joel Mabus etwas dazu in Picking Up Fiddle Tunes By Ear At Jam Sessions.

 

Übrigens: "Verkacken gehört dazu." Hauptsache, es macht Spaß.

 

(teilweise geklaut von Gunthers brillianten Formulierungen auf www.bluegrass-mittelfranken.de)


Wie soll das eigentlich klingen?

Oldtime

Tim May und Dan Miller beschreiben die Unterschiede in ihrem Gitarren-Lehrbuch "The Flatpicker's Guide to Old-Time Music" wie folgt:

In einem Oldtime Jam wird bei Fiddle-Tunes nur die Melodie gespielt.

Oldtime Music ist primär Tanzmusik, dh. ein Tune wird häufig sehr lange gespielt

Es gibt keine (improvisierten) Solos/Breaks.

Bei Oldtime-Songs ist das Konzept ganz ähnlich. Wenn nicht gesungen wird, spielen die Instrumente - angeführt von der Fiddle - die Melodie. Das Clawhammer-Banjo spielt die Melodie häufig etwas vereinfacht und sorgt dafür zusammen mit der Gitarre für rhythmische Akzente.

Ein Oldtime-Jam bleibt meist für eine lange Zeit in der selben Tonart. Dies in erster Linie deshalb, weil die Clawhammerbanjos (und teilweise die Fiddles) meist in verschiedenen offenen Stimmungen spielen und es aufwändig ist, nach jedem Song/Tune umzustimmen.

Die Gitarren spielen einen klaren "boom-chick" Rhythmus ergänzt mit Bassläufen. Synkopisches Gitarrenspiel wie z.B. in der irischen Tradition oder auch die im Bluegrass beliebten G-Runs sind hier nicht gefragt.

(Quelle: oldtimemusic.ch)

Bluegrass

Die heutzutage typische Instrumentierung besteht hauptsächlich aus Banjo, Fiddle, Mandoline, Gitarre, Resonatorgitarre und Kontrabass. Die Mandoline und Gitarre ersetzen dabei das Schlagzeug und erzeugen perkussive Chop-Schläge auf dem Offbeat. Die Harmonien im Gesang sind meistens eng in Terz- und Quint-Harmonien geführt. Dabei wird abwechselnd die Strophe gesungen und das Soloinstrument gespielt. Spielt die Mandoline ein Solo, dann übernimmt die Fiddle oder das Banjo die Aufgabe der Chop-Schläge.

(Quelle: Wikipedia)


Was macht mein Instrument genau?